
Revenue Management
Direktbuchung für Ferienwohnungen: Wann sie sich rechnet
Direktbuchung für Ferienwohnungen sauber rechnen: Provision, Rabatt, Zahlung, Pflege und Fixkosten. Mit kostenlosem Break-even-Rechner.
Eine Direktbuchung für deine Ferienwohnung rechnet sich, wenn die vermiedene Portalgebühr größer ist als Direktrabatt, Zahlungsgebühr, Website-Kosten und Pflegezeit. Die Zahl der Wohnungen allein entscheidet das nicht. Entscheidend sind dein tatsächlicher Provisionssatz und der Anteil an Nachfrage, der dich unabhängig von einem Portal erreicht.
Ich betreibe zwei vollständig automatisierte Ferienwohnungen. Für mich ist eine buchbare Website deshalb ein Vertriebskanal mit messbaren Kosten, Übergaben und Fehlerquellen. Design zählt, aber der Monatsabgleich zeigt, ob der Kanal Geld verdient.
Was zählt als Direktbuchung bei einer Ferienwohnung?
Eine Direktbuchung entsteht, wenn der Gast deinen Betrieb unabhängig findet und den Vertrag direkt mit dir abschließt. Das kann über deine Website, telefonisch oder per E-Mail passieren. Bei einer buchbaren Website kommen Verfügbarkeit, Preis, Zahlung und Bestätigung in einer Strecke zusammen.
Der Ursprung der Nachfrage ist wichtiger als der letzte Klick. Eine Reservierung, die in einem Portal begonnen hat und anschließend außerhalb bezahlt wird, ist keine saubere Direktbuchungsstrategie. Für Airbnb gelten dazu konkrete Plattformregeln, auf die ich weiter unten eingehe.
Eine Website erzeugt außerdem nicht automatisch Nachfrage. Sie kann bereits vorhandene Markensuchen, Empfehlungen und andere unabhängige Zugriffe in Buchungen umwandeln. Für neue Reichweite brauchst du einen eigenen Zufluss, etwa organische Suche, lokale Verweise oder bezahlte Kampagnen. Deren Kosten gehören separat in deine Rechnung.
Welche Zahlen gehören in die Direktbuchungs-Rechnung?
Rechne auf einer einheitlichen Umsatzbasis. Am zuverlässigsten ist der Buchungsumsatz, auf den das Portal seine Gebühr tatsächlich berechnet. Kommunale Abgaben, Steuern und durchlaufende Posten lässt du draußen, wenn sie nicht Teil dieser Gebührenbasis sind.
| Wert | So ermittelst du ihn |
|---|---|
| Portalumsatz pro Jahr | Summe der vergleichbaren Buchungsumsätze aus Portal oder PMS |
| verlagerbarer Direktanteil | nur Nachfrage, die unabhängig vom Portal entstehen kann |
| Portalgebühr | Gebühr laut Abrechnung geteilt durch dieselbe Umsatzbasis |
| Direktrabatt | Preisnachlass gegenüber dem vergleichbaren Portalpreis |
| effektive Zahlungsgebühr | direkte Zahlungsgebühren geteilt durch direkte Zahlungseingänge |
| Fixkosten pro Jahr | Hosting, Buchungsstrecke, Wartung und umgelegter Anteil einmaliger Baukosten |
| Pflegezeit | monatliche Stunden für Inhalte, Preise, Zahlungen, Stornos und Kontrolle |
| Stundenwert | interner Wert deiner Arbeitszeit |
Die Rechnung für den Jahressaldo vor Steuern lautet:
vermiedene Portalgebühr - Direktrabatt - Zahlungsgebühr - Fixkosten - Zeitkosten
Der Direktrabatt mindert zuerst den vereinnahmten Umsatz. Die Zahlungsgebühr wird deshalb auf den Umsatz nach Rabatt gerechnet. So wird derselbe Kostenblock nicht doppelt oder auf einer falschen Basis angesetzt.
Welcher Provisionssatz gehört in den Rechner?
Nimm den Satz aus deiner eigenen Abrechnung. Veröffentlichte Prozentsätze sind nur eine Orientierung, weil Gebührenmodell, Land, Unterkunft und Vertrag voneinander abweichen können.
Airbnb unterscheidet bei Unterkünften zwischen Split-Fee und Single-Fee. Im Split-Fee-Modell zahlen die meisten Hosts laut Airbnb 3 Prozent; zusätzlich fällt auf Gastseite eine Servicegebühr von 14,1 bis 16,5 Prozent an. Im Single-Fee-Modell zahlen die meisten Hosts 15,5 Prozent, weitere typischerweise 14 bis 16 Prozent. Airbnb nennt das Single-Fee-Modell unter anderem für software-angebundene Hosts als verpflichtend und behält sich Änderungen der Gebühren vor.
Für den Rechner zählt nur die Gebühr, die du selbst trägst. Ein Split-Fee-Host setzt deshalb nicht pauschal 15 Prozent an. Die Gastgebühr ist keine vermiedene Ausgabe deines Betriebs. Wenn ein unabhängig gewonnener Direktgast einen niedrigeren Preis erhält, erfasst du diesen Unterschied im Feld Direktrabatt.
Auch direkte Zahlungen sind nicht kostenlos. Stripe listet für Deutschland je nach Zahlungsmethode prozentuale und feste Transaktionskosten. Bei Standardkarten aus dem EWR sind es auf der veröffentlichten Preisseite 1,5 Prozent plus 0,25 Euro, bei SEPA-Lastschrift 0,35 Euro. Für den Rechner wandelst du deinen realen Zahlungsmix in einen effektiven Prozentsatz um. Bei noch fehlenden Direktdaten ist ein konservativer Schätzwert sauberer als null.
Was zeigt ein frei gewähltes Rechenbeispiel?
Die folgenden Werte sind erfunden und dienen nur der Veranschaulichung:
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Portalumsatz pro Jahr | 60.000 € |
| verlagerbarer Direktanteil | 20 % |
| Portalgebühr | 15,5 % |
| Direktrabatt | 5 % |
| effektive Zahlungsgebühr | 2 % |
| Fixkosten pro Jahr inklusive Bauanteil | 600 € |
| Pflegezeit | 1 Stunde pro Monat |
| Stundenwert | 40 € |
Von 60.000 Euro werden in diesem Modell 12.000 Euro Umsatz zu Portalpreisen verlagert. Nach 5 Prozent Direktrabatt bleiben 11.400 Euro Direktumsatz. Die vermiedene Portalgebühr beträgt 1.860 Euro, der Rabatt 600 Euro und die Zahlungsgebühr 228 Euro.
Vor dem Wert der eigenen Zeit ergibt sich ein Cash-Überschuss von 432 Euro. Zwölf Pflegestunden zu je 40 Euro drehen ihn in einen kalkulatorischen Fehlbetrag von 48 Euro. Der Break-even liegt bei rund 20,9 Prozent des bisherigen Portalumsatzes. Dafür müssten etwa 12.558 Euro zu Portalpreisen verlagert werden; nach Rabatt entspräche das rund 11.930 Euro Direktumsatz.
Das Beispiel zeigt, warum „15,5 Prozent Provision sparen" keine Ergebnisrechnung ist. Schon ein moderater Rabatt und wenige Pflegestunden können den Vorsprung aufbrauchen.
Welche Kosten bleiben bei Direktbuchungen bei dir?
Portalgebühren sind variable Kosten. Eine eigene Website verschiebt einen Teil davon in fixe und selbst verantwortete Kosten.
Zu den Fixkosten gehören Domain, Hosting, Buchungsstrecke, technische Wartung und der jährlich umgelegte Anteil des Website-Baus. Wenn eine Website 3.000 Euro kostet und du sie über drei Jahre rechnest, gehören 1.000 Euro pro Jahr in dieses Feld. Eine einmalige Rechnung vollständig auszublenden würde den Break-even zu niedrig darstellen.
Daneben bleiben variable Arbeit und Risiken:
- Zahlungen einziehen, Erstattungen auslösen und fehlgeschlagene Zahlungen klären
- Preise und Verfügbarkeit zwischen Website, PMS und Portalen synchron halten
- Stornobedingungen, Pflichtinformationen und Datenschutz aktuell halten
- Inhalte, Fotos und technische Sicherheit pflegen
- Anfragen und Probleme ohne Portal-Support lösen
- Buchungen, Gebühren und Bankbewegungen für die Buchhaltung der Ferienwohnung abstimmen
Die passende Buchungsstrecke hängt an deinem Systemkern. Der Vergleich von Buchungssystemen für Ferienwohnungen zeigt, welche Rolle PMS, Channel Manager und Buchungsmaschine dabei übernehmen.
Wann ist eine eigene Website der richtige nächste Schritt?
Die Website ist wirtschaftlich bereit, wenn Nachfrage, System und Rechnung zusammenpassen.
| Prüffrage | Belastbares Signal |
|---|---|
| Gibt es unabhängige Direktnachfrage? | Markensuchen, Empfehlungen oder Anfragen außerhalb von Portalnachrichten |
| Ist der Break-even erreichbar? | realistischer Direktanteil liegt über der berechneten Schwelle |
| Bleiben Kalender und Preise konsistent? | PMS oder Channel Manager liefert Verfügbarkeit und Rate an alle Kanäle |
| Funktioniert der Abschluss mobil? | Gesamtpreis, Zahlung und Bestätigung laufen ohne Medienbruch |
| Ist der Betrieb geklärt? | Zuständigkeit für Inhalte, Stornos, Support, Datenschutz und Sicherheit ist festgelegt |
Eine einzelne Wohnung kann diese Kriterien erfüllen, wenn sie genug unabhängige Nachfrage hat und die Fixkosten niedrig bleiben. Mehrere Einheiten verteilen dieselben Fixkosten auf mehr Umsatz. Die Einheitenzahl ist damit ein Hebel, keine feste Eintrittskarte.
Deine Direktrate braucht außerdem dieselbe Kostenlogik wie deine Portalrate. Die Preisuntergrenze für eine Ferienwohnung setzt den unteren Rahmen; Revenue Management für Ferienwohnungen ordnet den Direktkanal in Preis und Nachfrage ein.
Welche Portalregeln begrenzen Direktbuchungen?
Baue Direktnachfrage außerhalb der Portale auf. Nutze keine Portalnachricht, Buchung oder dort erhaltene Kontaktdaten als Abkürzung.
Airbnbs Off-Platform and Fee Transparency Policy verbietet, aktuelle, künftige oder wiederkehrende Buchungen von Airbnb wegzulenken. Genannt werden unter anderem externe Links in Inseraten oder Nachrichten, Rabatte für eine Buchung außerhalb der Plattform und die Nutzung von Gästekontaktdaten für Marketinglisten. Verstöße können laut Airbnb bis zur Sperrung oder Entfernung von Inseraten führen.
Die Regel beantwortet nicht pauschal, was andere Portale erlauben. Prüfe dafür deinen jeweils aktuellen Vertrag. Im Rechner zählen nur Buchungen, deren Nachfrage eigenständig entstanden ist und die du ohne Umleitung aus einem Portal abschließen kannst.
Welche Systeme müssen für Direktbuchungen zusammenspielen?
Eine Direktbuchung durchläuft fünf Stationen:
- Die Website erklärt Unterkunft, Preis und Bedingungen.
- Die Buchungsmaschine prüft Verfügbarkeit und Gesamtpreis.
- PMS und Channel Manager blocken den Zeitraum in allen Kanälen.
- Der Zahlungsanbieter verarbeitet Anzahlung oder Gesamtbetrag.
- Buchhaltungs- und Belegprozess übernehmen Zahlung, Gebühren und Rechnung.
Die gemeinsame Buchungs-ID verbindet diese Stationen. Fehlt sie, wird die eingesparte Provision schnell durch manuelle Suche, Doppelpflege und schwer erklärbare Differenzen aufgezehrt. Der Artikel Ferienwohnung automatisieren zeigt die gesamte Datenkette von Buchung bis Buchhaltung.
Was der Rechner bewusst nicht verspricht
Der Rechner vergleicht die Verlagerung bereits vorhandenen Portalumsatzes. Er prognostiziert keine zusätzliche Nachfrage. Auch Stornos, Zahlungsausfälle, Steuern, Werbeausgaben, SEO-Arbeit, Preisänderungen und unterschiedliche Vertragsmodelle sind nicht automatisch enthalten.
Du kannst bekannte laufende Kosten im Fixkostenfeld bündeln. Zusätzliche Nachfrage bewertest du getrennt, weil sie ohne den Direktkanal möglicherweise gar nicht entstanden wäre. Das hält die Break-even-Rechnung nachvollziehbar.
Welche drei Werte du jetzt aus deinen Systemen holst
Ziehe für die letzten zwölf Monate drei Zahlen: vergleichbaren Portalumsatz, tatsächlich gezahlte Portalgebühren und unabhängig entstandene Direktanfragen. Ergänze Fixkosten sowie Pflegezeit und ersetze im Rechner direkt unter diesem Leitfaden alle frei gewählten Startwerte.
Liegt der realistische Direktanteil über dem Break-even, prüfst du Buchungsmaschine, PMS-Übergabe und Zahlung an einer vollständigen Testbuchung. Den technischen Aufbau ordne ich unter Direktbuchungs-Websites für Ferienwohnungen ein.
Direktbuchung für deine Ferienwohnung durchrechnen
Die Startwerte sind frei gewählt. Nutze die Gebühr aus deiner Abrechnung und beim Betrieb mehrerer Portale den dominanten Kanal oder einen gewichteten Schnitt. Die Rechnung läuft vollständig in deinem Browser; es werden keine Daten übertragen.
- Vermiedene Portalgebühr
- 1.860 €
- Cash-Saldo ohne Zeit
- +432 ۆberschuss pro Jahr
- Saldo inkl. Zeit vor Steuern
- -48 €Fehlbetrag pro Jahr
- Break-even-Anteil
- 20,9 %Dein gewählter Direktanteil liegt unter dieser Schwelle.
Gewählt: 12.000 € Umsatz zu Portalpreisen verlagert, daraus 11.400 € Direktumsatz nach Rabatt. Der Break-even braucht 12.558 € verlagerten Vergleichsumsatz; nach Rabatt entspricht das 11.930 €. Zusätzliche Nachfrage, Stornos, Ausfälle, Steuern, Werbung und Preisänderungen sind nicht eingerechnet.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
01Wann lohnt sich eine Direktbuchungs-Website für eine Ferienwohnung?
Sie lohnt sich, wenn die vermiedene Portalgebühr dauerhaft höher ist als Direktrabatt, Zahlungsgebühren, Website-Kosten und Pflegezeit. Der Break-even hängt deshalb an deinen echten Abrechnungen und an der Nachfrage, die unabhängig von Buchungsportalen entsteht.
02Wie berechne ich den Break-even für Direktbuchungen?
Teile die jährlichen Fix- und Zeitkosten durch die variable Ersparnis je verlagertem Euro. Diese Ersparnis ergibt sich aus Portalgebühr minus Direktrabatt minus Zahlungsgebühr auf den rabattierten Direktumsatz. Der Rechner auf dieser Seite bildet genau diese Schritte ab.
03Welche Portalgebühr soll ich in den Rechner eintragen?
Nutze die Gebühr, die laut deiner eigenen Portalabrechnung auf einer vergleichbaren Umsatzbasis anfällt. Bei mehreren Portalen kannst du den dominanten Kanal oder einen nach Umsatz gewichteten Durchschnitt verwenden. Gastgebühren sind nicht automatisch deine Ersparnis.
04Darf ich Airbnb-Gäste auf meine Direktbuchungsseite holen?
Airbnb verbietet laut seiner Off-Platform Policy, aktuelle, künftige oder wiederkehrende Buchungen von der Plattform wegzulenken. Dazu gehören Links oder Rabattangebote in Airbnb-Nachrichten. Direktnachfrage muss unabhängig entstehen und darf nicht aus einer bestehenden Portalbuchung umgeleitet werden.
05Brauche ich neben Direktbuchungen weiterhin Buchungsportale?
Meist ja. Portale liefern Reichweite und Vertrauen bei Gästen, die deinen Betrieb noch nicht kennen. Eine eigene Buchungsstrecke ergänzt diesen Vertrieb um Nachfrage, die dich unabhängig findet. Welche Mischung wirtschaftlich ist, zeigt dein Kanal- und Kostenvergleich.
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